zurück zurück
Peter Specht

   Liebe Eurythmistinnen, liebe Eurythmisten,
  (oder: Wie geht Ihr mit den nicht bestandenen Luftproben um?)
dass ich Euch schreibe, rührt einzig und allein von der Liebe zu der Kunst, die Ihr ausübt und der Solidarität, die ich jedem gegenüber empfinde, der sich auch nur ansatzweise mit dieser Bewegungs- und Lebenskunst befaßt. Sie ist in der Tat etwas ganz neues, etwas so grundsätzlich anderes und in ihrem Selbstverständnis doch so schwer zu beschreiben und auch zu vergleichen. Doch dieser Weg ist mit Stolpersteinen gepflastert. Das ist mittlerweile klar.

Der zweite Grund ist das kürzlich geführte Gespräch mit einer Kollegin, die für ihre eurythmische Arbeit an der Schule, vor allem aus gesundheitlichen Gründen, keine Plattform mehr sah und nun nur noch eines im Auge hat: Nie wieder arbeiten unter diesen Bedingungen. Das Gespräch war ein einziger Hilferuf und, liebe Freunde, werdet doch endlich wach, kein Einzelfall! Das Ziel dieser Unterhaltung konnte nur sein, ihr klar zu machen, dass sie selbst maßgeblich für die desolate Verfassung verantwortlich ist, in der sie sich befindet, dort aber auch die Lösung zu suchen ist. Im Verlaufe der Unterhaltung empfand sie die unten aufgeführten Gedankengänge wie eine Befreiung und eine Chance, wieder neuen Mut fassen.

Ich spreche jetzt vor allem zu denen von Euch, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, jungen Menschen in den Schulen diese Kunst nahezubringen und dabei vor der erstaunlichen Tatsache stehen, daß zu viele dieser jungen Leute sich einen Dreck darum scheren, was ihnen in diesen Unterrichten geboten und abverlangt wird. Versteht mich jetzt nicht falsch: Ich möchte Euch nicht angreifen, ich habe Respekt vor Eurer Integrität, vor Euren besten Absichten. Nur - es interessiert kaum einen! Wäre das der Fall, so sähe der Unterricht an den Schulen, an denen es die Eurythmie noch gibt, anders aus. Der Raum wäre erfüllt von einer anderen Resonanz.
Dass dieser Unterricht an den Waldorfschulen immer mehr zu vertrocknen droht, hätte ich gerne widerlegt. Das tut weh.

Als ich vor nun sechs Jahren einen Aufsatz im „Goetheanum" veröffentlichte, der eine Bilanzierung dieser dramatischen Situation zum Inhalt hatte, wunderte ich mich schon über die zu erwartende kritische, aber vor allem positive Resonanz, die einem entgegenkam (Nachrichtenblatt im „Goetheanum" Nr. 26 vom 27. 6. 1993, „Einige kritische Anmerkungen zur Eurythmie") Es besteht also Offenheit für diese Fragen.

Was ist los? Ich wiederhole, niemand soll angegriffen werden, aber ich spreche zu einer Instanz in Euch, die verkümmert ist oder vielleicht auch nie gelebt hat. Es ist das ein Teil von Euch, an dem, würde er leben, niemand ungeschoren oder auch verwandelt vorbeikäme. Es ist das ein Teil von Euch mit einer Ausstrahlung, die ein unwiderstehliches Interesse weckt für das, was Ihr tut.

Es ist nicht der sogenannte „methodische Ansatz", es sind nicht die unzähligen Stunden, die Ihr geübt habt, es ist nicht die „künstlerische Arbeit" die getan wird, um bewegungsmäßig auf „Niveau zu bleiben", es sind nicht die einhunderttausendundreizehn Tips von „Erfahreneren", die Eurer Arbeit im Wege stehen, usw...
Es ist das jener Teil, der immer ein Stück glüht, wenn er sich regt. Es ist das, was übrig bleibt, nachdem eine Antwort auf die Frage vorhanden ist: Was gehört eigentlich mir?
Den Teil spreche ich an.

Ich beginne zu zitieren (R. Steiner, Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?, S. 61ff im Taschenbuch): Thema ist die sogenannte dritte Probe. „Es ist alles in seine (des Kandidaten) Hand gelegt. Er befindet sich in einer Lage, wo ihn nichts zum Handeln veranlasst. Er muss ganz allein aus sich seinen Weg finden. Dinge oder Personen, die ihn zu etwas bewegen, sind nicht da. Nichts und niemand kann ihm jetzt die Kraft geben, die er braucht, als nur er selbst."

Was hier beschrieben wird, ist nichts anderes, als die Grundlage jeder lebendigen, kreativen, künstlerischen Arbeit. Hier ist der Ort beschrieben, wo allein das Neue geschieht, Verwandlung, Umwandlung des Alten, Schaffen/Loslassen, Schaffen/Loslassen der Weg nach vorne, das Noch-nie-Dagewesene...

Seid Ihr jemals so allein gelassen worden in Eurer Ausbildung? Ich meine jetzt nicht, dass man Euch hier und da vielleicht vernachlässigt hat, nein. Gemeint ist die notwendige Tatsache, daß Ihr gelernt habt: nur so ist das zu finden, was wir die Eurythmie nennen. Es gibt nur eine Eurvthmie, und das ist Eure eigene!

Eine Nebenbemerkung an die Ausbilderinnen und Ausbilder: Ihr habt viel zu tun, und Eure Arbeit ist schwer. Mein Respekt vor dieser Unternehmung. Aber: Neben den vielen Aufgaben, die Euch anvertraut sind, gibt es eine Hauptaufgabe. Es ist sozusagen Eure Königsaufgabe, gleichsam das heiligste, vor dem Ihr steht. Das ist: Euch überflüssig manchen! Das ist ein Leben unter dem Motto: Ich mache mich klein, damit Er wachsen kann. Mit „Er" meine ich jetzt erst einmal die männliche und weibliche Persönlichkeit des Studenten, der Studentin. Und indem Ihr eine Ausbildung betreibt, braucht diese Verfassung System und Methode. Ein ohne Zweifel diffiziles Begleiten und Lassen dessen, der in einer Ausbildung steht. Ein erstes, was man dabei entdeckt, sind die lästigen Übertragungen und Projektionen, die notwendigerweise entstehen, wenn zwei Menschen unterschiedlichen Ausbildungsgrades sich in die Augen zu gucken beginnen. Die verheerenden Folgen sind, unter Missachtung bestimmter Grundverhaltensweisen, in der Psychologie seit Jahrzehnten bekannt und beschrieben. Wie sieht es damit aus? Worin besteht die regelmäßige und fortgesetzte Prüfung Eures Selbstverständnisses?

Liebe Eurythmistlnnen: Kennt Ihr diese Situation, dieses Vor-dem-Nichts-Stehen, jetzt nicht als Drangsal oder Alptraum, sondern als eine Quelle Eures Tuns? Seid Ihr in Eurer Ausbildung auf diesen Ort des Lebens aufmerksam gemacht worden? Zitat weiter: "Fände er diese Kraft nicht in sich selbst, so stände er sehr bald wieder da, wo er vorher gestanden hat."
(Eine meiner Assoziationen ist wieder die rund 80-jährige Kulturgeschichte dieser Bewegungskunst, diese so seltsame und mich bisweilen bestürzende Unbeweglichkeit in der Darstellungsentwicklung - von einigen Ausnahmen abgesehen.)

Lasst mich eine Situation beschreiben: Du stehst, sagen wir, im zweiten Jahr Deiner Ausbildung und hast zum ersten mal eine musikalische Soloforrn von Rudolf Steiner in der Hand. Du sollst also ein Solo erarbeiten. Das Solo ist etwas länger, folglich ist das erste, was Du siehst, ein schier endloser Bleistiftstrich auf einem Blatt Papier, und - Du weißt nicht, wie herum es zu halten ist. Keine Anmerkung, nichts. Man könnte es um 90 Grad versetzt laufen, oder gar auf „dem Kopf". Doch wer weiß, was das heißt? Wo ist eigentlich mein Publikum, dem ich mich zuwende? Du gehst folglich zu jemandem hin, der das „weiß", denn man will ja nichts falsch machen. Es wird Dir gesagt, wo das Publikum zu sitzen hat, weil, natürlich, vor 80 Jahren das Publikum an der besagten Stelle gesessen hat. Gut. Wie teile ich dieses Musikstück eigentlich ein? Auch hier, vom Schöpfer der Form keine Angaben. Erst einmal fährst Du mit dem Finger immer und immer über Deine Formkopie, bekommst allmählich ein Gefühl für eine eventuelle Einteilung, unternimmst die ersten Laufversuche, und Du bist erst einmal entsetzt, denn das ist bewegungsmäßig nicht zu schaffen. So jedenfalls ist der Eindruck. Du gehst also zu jemandem hin, von dem Du meinst, dass der es weiß und kann. Irgendwann kommen die „Töne" an die Reihe. Da Du natürlich gelernt hast in den vergangenen zwei Jahren, wie die „Töne gehen", stehst Du nun immer wieder vor Deinem Notenständer und bemühst Dich, die „Töne" zu lernen. Wohl dem, der ein Stück in Es-Dur übt. Diese „Töne" sind so schön physiologisch und gehen einem gut von der Hand, ganz im Gegensatz zu A-Dur oder gar, stellt Euch vor, cis-moll. Von den sogenannten Tongebärden sind diese Tonarten mit ihren vielen Kreuzen geradezu ein „Loch der Prüfungen", wie F. Schiller einmal die Stadt Stuttgart beschrieb. Du machst Dir im Augenblick auch noch nicht so klar, dass Du im melodiös-tonalen Bewegungsraum Deiner Arme im Grunde schon überfordert bist bei einer Musik, die gerade mal das Niveau von „HänschenKlein" überschreitet. Welche „Töne" willst Du eigentlich machen? Es gibt auf dem Notenblatt so elend viele. Und dann die Akkorde! Du kennst gerade mal das Dur und MoIl. Es gibt da noch so bescheidene Versuche, die sich um Quart-Sext- oder Terz-Sext-Akkorde bemühen. Aber diese Akkorde! Kaum einer ist „eindeutig". Hier und da, Gott sei Dank, ein paar klare Dur- oder Moll-Akkorde. Selbstverständlich werden diese augenblicklich in die Gestaltung aufgenommen. Denn hier hat man Stellen, an denen man guten Gewissens etwas „richtig" machen kann. Dann kommt der Tag, an dem Du es zum ersten mal dem Dozenten, der Dozentin vorführst. Je nach dem, mit wem Du arbeitest, wird vieles von dem verändert, was Du Dir mühevoll erübt hast. Man will ja Dein Bestes. Die Tongebärden bleiben nach wie vor ein Riesenproblem, denn dieses „Fis mit dem Bogen über hinten", das hast Du mittlerweile gelernt, wird Dich ein Leben lang begleiten... usw. usw.

Ich frage Dich jetzt: Wo in diesem Zusammenhang hast Du, und nur Du, Dich eigentlich aufgehalten? Wie randvoll mit Introjektionen und übernommenen Elementen ist das, was Du Deinen Innenraum nennst? Hast Du Dir in diesem Prozess Deine Authentizität irgendwann zum Problem gemacht? Auf der Suche nach Objektivität und Gesetzmäßigkeit, auf die diejenigen immer wieder so bedacht sind, die sich in der Eurythmie bewegen, kann es vielleicht sein, daß sie einen Irrtum begehen und über Jahrzehnte begangen haben? Vielleicht hat während Deiner Übarbeit irgendwann jemand in Dir laut aufgeschrien, nur Du hast es nicht gehört, denn gerade in diesen Momenten hat man weiß Gott andere Sorgen. Vielleicht ist aber dieser kurze Schrei, gerade weil Du ihn nicht bemerkt und ernst genommen hast, der Grund Deines heutigen fortgesetzten Scheiterns vor der Schulklasse?

Derjenige, der Deine Eurythmieform vor 80 Jahren mit Bleistift auf ein weißes Blatt Papier gemalt hat, derjenige hat gesagt:
„Wahrheit ist nichts an und für sich selbst. Sie entwickelt sich im Menschen, wenn dieser die Welt auf seine Sinne und seinen Geist einwirken lässt. Wer eine allgemein giltige Wahrheit verlangt, versteht sich selbst nicht! Der Mensch, der sich und sein Verhältnis zur Außenwelt nicht kennt, verfällt in ein Misstrauen gegen seine eigenen Geisteskräfte und träumt von einer 'höheren göttlichen Weisheit', der gegenüber seine eigene Torheit ist" (Anmerkungen R. Steiners über Goethes Sprüche in Prosa).

Bitte eine Pause...

Ich empfehle Euch, den obigen Absatz noch einmal, noch hundertmal zu lesen! Denn in ihm steckt meines Erachtens das größte verschlafene Geheimnis nicht nur Deines eurythmischen Problems, sondern „unserer" gesamten anthroposophischen Bewegung.
Doch bleiben wir Schuster erst einmal bei den Leisten.
Inwieweit bist Du, lieber Eurythmist, auf Deiner Suche nach so etwas wie „künstlerischer Wahrheit" immer wieder auch so eine Art Missverständnis Deiner selbst? Die Sache mit dem Denken und Tun, der Welt und dem Selbst, Wahrheit, Individualität, da gibt es ja noch die unsägliche Angst vor der Willkür, was immer das auch sein mag, all diese Sachen haben so manchen Pferdefuß, und Naivität ist wirklich das Letzte, was wir uns hier noch leisten können. Alles wäre ja in Maßen erträglich, wären da nicht die vielen Kolleginnen und Kollegen, die früher oder später vor dem Aus stehen, weil sie keiner mehr will.

Inwieweit handelst Du mit Waren, Elementen und Inhalten, die überhaupt nicht Dir gehören, tust aber immer so, als seine Sie eine Ernte von Deinem Acker? Es ist das vor allem Dein Verhältnis zu denjenigen, die Dir gezeigt haben, wie das „A", das „E", das „W" usw. gehen, die Dir gezeigt haben, wie man einen „Wochenspruch läuft", eine Seelengeste führt, Intervalle bewegt, „Töne macht", Planeten dreht, dreiteilig schreitet, die Dir gezeigt haben, was richtig und was falsch ist, was es heißt, der Eurythmie zu dienen...

Bitte, wem?

Die Eurythmie? Was ist sie ohne einen physischen Menschenkörper, ohne Deinen physischen Menschenkörper, d. h. ohne Dich? Dieses oben beschriebene Verhältnis zu Dir selbst und zur Welt, von dieser Kenntnis und deren Problematisierung hängt alles ab! Es ist das vor allem Dein Verhältnis zu Rudolf Steiner, dem Inaugurator und „Entzünder" dieser Menschenkunst, und Deiner Spaltung in der Du Dich befindest, wenn Du Deine eurythmische Existenz durch unzählige „Angaben" seinerseits zu rechtfertigen suchst. Er machte sich nämlich klein, damit Du wachsen kannst! Er machte sich klein und ging mit der extremsten aller Formen des Ausbilder- und Lehrerverhaltens voran, um - ja, in seltsamer Form überraschend plötzlich nicht mehr vorhanden zu sein... Mir fällt nur das Wort Opfer ein.

Du bist die einzige Quelle Deiner kreativen Entwicklung, sonst nichts! Nur Durch Dich manifestiert sich der neue Kunstbegriff.

Vor dem Angesicht dieser Quelle lösen sich alle „Angaben" nämlich in - Luft auf. Das ist ihre innewohnende Eigendynamik. Diese „Luftauflösung" ist zwar erst einmal das Ende Deines verschraubten, Probleme über Probleme schaffenden, diskursiven Lebens- und Bewußtseinsverhaltens. Du erkennst nämlich den Grad Deines Zugemauertseins. Davor hast Du Angst und die, die mit Dir zu tun haben, auch. Das „Leben" heute bringt uns über kurz oder lang genau an diesen Ort. Deine Krisen sind davon beredtes Zeugnis. Diese „Luftauflösung" ist aber zugleich der Beginn eines ganz neuen Weges. Er verlangt Mut und Vertrauen in das Leben und sich selbst, und es entsteht dann irgendwann die Gewissheit, dass einem die tragenden, segnenden, lichtvollen Energien, wieder überaus erstaunlich, wie von „außen" entgegenkommen. Das wird Dir Erfahrung. Wenn Du meines Erachtens irgendwo das „Staunen des A" substanziell in seiner ganzen Fülle erleben willst, dann hier. Diese Quelle, diese seltsame „dritte Probe", wird Dir irgendwann zum Ende Deiner Angst, zur ersten ordentlichen Bewässerung Deiner Wüste. Und Du findest auch das wieder, was Du verloren glaubtest - nur anders.
Sagen wir es noch einmal: Der, der anfänglich über die Eurythmie gesprochen hat in Vorträgen über Vorträgen sagt doch tatsächlich: „Wer eine allgemein giltige Wahrheit verlangt, versteht sich selbst nicht!"
Mit dieser kaum auszulotenden Aussage wird die „Luftprobe" dem „öffentlichen Bewußtsein" zum ersten mal zugänglich gemacht und damit, selbst-verständlich , substanzielles Element eines neuen Schulungsweges.
Anthroposophisches Arbeiten, menschenkundliches Studium, ohne Zweifel unabdingbare Voraussetzungen für den eurythmisch Tätigen, doch ich möchte gerne immer wieder gefragt wissen, was das eigentlich ist.
Gestattet mir einen Gedankengang: Man stelle sich ein weißes Blatt Papier vor. Auf diesem Papier sind in willkürlicher Anordnung verschiedene Kreise in verschiedenen Größen zu sehen. Jeder dieser Kreise symbolisiert eine wie auch immer geartete Bewegungskunst des Menschen. Wer jetzt meint, die Eurythmie sei ein weiterer Kreis auf diesem Blatt, der begeht einen Irrtum. Was Rudolf Steiner uns durch das, was wir so die Eurythmie nennen, gegeben hat, ist ein Kriterium der menschlichen Bewegung überhaupt. Alles ist phänomenaler Ansatz. Die sogenannte Eurythmie ist nicht ein weiterer Kreis, sondern das Koordinatensystem selbst, welches die verschiedenen Kreise zueinander erst in Beziehung bringt. Erst durch den Koordinaten-Nullpunkt weiß ich, in welchem Quadranten sich die einzelnen Elemente befinden und welchen Bezug sie zueinander haben.

Jede Bewegung hat, wenn sie künstlerisch sein will, in sich immer eine sprachliche und eine musikalische Tendenz, eine sozusagen darstellende und eine getanzte Komponente. Musik (Gesang) und Sprache sind tatsächlich die beiden Elemente, aus denen heraus jede menschliche Bewegung in ihrem Ausdruck hervorgeht, auf die sich jede menschliche Bewegung reduzieren oder zurückführen lässt.

Wie gehst Du mit diesen Prozessen um? Deine Eurythmie ist nämlich eine Phänomenologie der menschlichen Bewegung, und wenn sie ein Kreis sein soll, dann mit dem Radius unendlich und sein Mittelpunkt in der Koordinate 0/0. Das Studium der Eurthmie ist zugleich ein Studium Deiner phänomenalen Kompetenz. In der Phänomenologie gilt: Jede Voraussetzung oder Vorgabe verfälscht das Ergebnis. Die einzige Vorgabe ist da, keine Vorgaben zu haben, sonst nimmst Du den Dingen die Möglichkeit, aus sich selbst zu sprechen. Es gilt, dieses Spannungsfeld zu leben und nicht nur „göttlichweisheitlich" zu träumen (s.o.). Liebe Freunde, wenn eine gute und außerordentlich sympathische Fee daherkäme und mir doch tatsächlich erlaubte, ein paar Wünsche zu äußern, so wünschte ich mir:

Esoterisch ist unsere Arbeit sowieso!

Peter Specht, März 1999

Zur Person:
* 1951, seit 1971 Eurythmieausbildung Berlin/Stuttgart, dort 2 1/2 Jahre in der Bühnen-arbeit tätig, seit 16 Jahren Lehrer an der Rudolf-Steiner-Schule Wuppertal in den Fächern Eurythmie u. Technologie/Informatik. 1979-1984 Dozent in der Eurythmieausbildung Witten-Annen, dazumal auch Dozent für Eurythmie im Studium fundamentale der Universität Witten-Herdecke. Seit 10 Jahren Dozent für Eurythmie in der Krankenpflegeausbildung am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke.
Zu erreichen unter der Adresse: Peter Specht 58456 Witten, Meesmannstr. 15

email e-mail: peter-specht@gmx.de

oben